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Ludwig-Anzengruber-Straße 1, Grünwald

4,9 123 Rezensionen

    Avatar Nadja Natascha ★★★★★ vor einer Woche

    Ich war am Montag das erste Mal in der Praxis und habe mich sofort sehr wohl gefühlt. Frau Dr. Mähle hat sich so viel Zeit für mich genommen wie nötig war & konnte mir direkt weiterhelfen mit meinen Kopfschmerzen/ Migräne.
    Ich kann die
    … Mehr Praxis jedem empfehlen!
    Vielen Dank nochmal für diesen tollen Termin, Austausch & Ihre Hilfe.

    Avatar Faris ★★★★★ vor 2 Wochen

    Ich bekam schnell einen Termin. Dr Maehle und das Team war sehr freundlich und ich fühlte mich gut aufgehoben. Sehr zu empfehlen

    Avatar Katharina Boenisch ★★★★★ vor 4 Monaten

    "Wohlfühlpraxis" mit ausschließlich freundlichen, kompetenten Mitarbeiterinnen! Frau Dr. Maehle ist vertrauenerweckend und einfühlsam. Sie nimmt sich viel Zeit für Gespräch, Diagnostik und Beratung. Dank ihrer Therapie hat sich … Mehr meine Lebensqualität um 100% erhöht. Vielen herzlichen Dank!

    Avatar Bernd Kraus ★★★★★ vor 5 Monaten

    Sehr kompetente Beratung in angenehmer Atmosphäre.

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So helfen wir bei Multiple Sklerose
Beschwerden

Dr. Maehle Neurologie München
Dr. Maehle führt einen Alzheimer Test durch

Multiple Sklerose Behandlung
in München

In unserer neurologischen Privatpraxis in München behandeln wir Multiple Sklerose mit klarem Blick auf Aktivität, Verlauf und Therapieentscheidung.
Bei Multipler Sklerose reicht es nicht, Symptome nur zu dokumentieren. Entscheidend ist, wie klar neurologisch geführt wird, wenn Ausfälle auftreten, neue Befunde im Raum stehen oder der Verlauf mehr Konsequenz verlangt. Genau deshalb suchen viele nicht nur Betreuung. Sie suchen einen Arzt, der einordnet, entscheidet und handelt.


KERNPUNKT
MS verlangt mehr als Dokumentation.
Sie verlangt klare Entscheidungen, bevor Funktion verloren geht.
Wir übernehmen diese Führung. Wir warten nicht auf den nächsten Schub, um Beschwerden neu zu bewerten. Wir belassen Befunde nicht in der Schwebe.
Und als Privatpraxis haben wir dafür die wichtigen Ressourcen: mehr Zeit, direkte ärztliche Verantwortung und einer Behandlung, die darauf zielt, Funktion zu schützen, bevor der Verlauf Fakten schafft.
Neurologie, die wirklich versteht, heißt: MS so zu führen, dass aus Aktivität nicht Verlust wird.

Gehen Sie Ihren richtigen Schritt.

Einfach Termin online buchen.

Neuro Check

Fundierte Diagnostik für eine exakte MS-Bestimmung

  • Komplexe Nervenmessungen: EMG, EEG und Evozierte Potenziale für eine präzise Analyse
  • Erweiterte Diagnostik: MRT und Lumbalpunktion für detaillierte Erkenntnisse
  • Individuelle Auswertung: Maßgeschneiderte Therapieplanung

Medikation

Gezielte Behandlung zur Kontrolle von MS-Symptomen

  • Immunmodulation: Therapien zur Verlangsamung der Krankheitsprogression
  • Erweiterte Ansätze: Physiotherapie und Stressbewältigung zur Effektivitätssteigerung
  • Symptomkontrolle: Kombination aus medikamentöser und alternativer Therapie

Alternative Therapien

Zusätzliche Therapien zur Symptomlinderung

  • Alternative Therapien: Osteopathie, Akupunktur und Homöopathie zur Symptomreduktion
  • Individuelle Pläne: Kombination von klassischen und alternativen Methoden
  • Langfristige Stabilität: Präventive Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität

Ernährungs Management

Zusätzliche Therapien zur Symptomlinderung

  • Alternative Therapien: Osteopathie, Akupunktur und Homöopathie zur Symptomreduktion
  • Individuelle Pläne: Kombination von klassischen und alternativen Methoden
  • Langfristige Stabilität: Präventive Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität

Wir verstehen Multiple Sklerose richtig

Taubheit, Sehstörungen, Schwäche oder Unsicherheit beim Gehen wirken oft zunächst wie einzelne Symptome. Bei Multipler Sklerose markieren sie jedoch schnell mehr als nur einen momentanen Ausfall. Sie treffen Sicherheit, Funktion und Alltag – und genau das macht diese Erkrankung so folgenreich.


KERNPUNKT
Taubheit, Sehstörung oder Schwäche sind bei MS
nicht nur Beschwerden – sondern Warnzeichen mit Gewicht.

Entscheidend ist, ob solche Veränderungen wieder verschwinden – oder ob sie Ausdruck einer Erkrankung sind, die weiterreicht. Bei Verdacht geht es nicht nur um die Frage, was hinter den Beschwerden steckt. Es geht um die Tragweite: ob aus Taubheit, Sehstörung oder Schwäche ein Muster wird, das erneut auftritt, Funktion angreift und das eigene Leben verändert.

Genau hier entscheidet neurologische Führung. Sie schafft Klarheit darüber, was diese Symptome bedeuten, wie belastbar der Verdacht ist und welche nächsten Schritte jetzt medizinisch zählen.

Lassen Sie uns klären –
wie es für Sie richtig weitergeht.

MS Expertin in München

Basierend auf meiner langjährigen Expertise präzisiere ich die adäquate Behandlung für jeden Patienten und begleite ihn durch die verschiedenen Phasen der Erkrankung. Sowohl in der Diagnostik als auch Therapie setzen wir auf moderne Techniken und Lösungen, gegebenenfalls ergänzt durch alternative Verfahren, wo diese relevant erscheinen.

Dr. Meike Maehle
| Neurologie München

Multiple Sklerose Symptome richtig verstehen

Frühe Symptome der Multiplen Sklerose

MS beginnt selten mit einer großen Szene. Sie beginnt dort, wo der Körper seine Selbstverständlichkeit verliert.
So beginnt es bei fast all unseren Patienten: Ein Kribbeln, das sich wie ein Reststrom hält. Ein Auge, das nicht mehr sauber fokussiert. Ein Bein, das seinen eigenen Rhythmus verliert. Eine Erschöpfung, die nicht mehr zu Stress oder Schlafmangel passt.
Diese frühen Veränderungen wirken zu klein für die Unruhe, die sie auslösen. Genau das macht sie tückisch. Sie lassen sich wegreden, erklären, ignorieren — und bleiben doch. Sie markieren den Moment, in dem der Körper beginnt, sich anders zu verhalten, als er sollte.
Frühe MS-Symptome sind somit selten laut. Sie greifen nicht das Offensichtliche an, sondern das, was man für selbstverständlich hielt: Verlässlichkeit, Automatismus, innere Ruhe.
KERNPUNKT
Frühe MS-Symptome wirken klein, aber sie greifen tief:
Sie stören nicht Funktionen, sondern Verlässlichkeit.
MS beginnt anders: mit dem Bruch von Selbstverständlichkeit. Der Alltag läuft noch, aber nicht mehr sauber. Der Körper funktioniert noch, aber nicht mehr eindeutig.

Sehstörungen als frühes Symptom der Multiplen Sklerose

Manche Erkrankungen machen Schmerz. MS nimmt oft zuerst die Klarheit.
Verschwommenes Sehen. Nebelsehen. Doppelbilder. Farben, die stumpfer wirken. Schmerzen bei Augenbewegungen. Das sind keine Nebensymptome. Das sind präzise Störungen eines Systems, das Orientierung, Kontrolle und Sicherheit verliert.
Sehstörungen treffen früh und hart, weil sie nicht nur das Auge betreffen, sondern das Gefühl, sich im Raum sicher bewegen zu können. Sie greifen in die innere Landkarte ein. Sie machen die Welt unscharf, bevor man versteht, warum.
KERNPUNKT
Sehstörungen bei MS sind kein lokales Problem.
Sie markieren den Moment, in dem Orientierung, Sicherheit ins Wanken geraten.
Der Fehler liegt oft im Denken: Man hält das Symptom für lokal, als ginge es „nur ums Auge“. Doch die Störung kann größer sein — ein Prozess, der bereits Leitungsbahnen und Nervensystem betrifft.
Sehstörungen gehören übrigens zu den häufigsten frühen MS-Anzeichen, weil sie dort angreifen, wo Wahrnehmung und Sicherheit zusammenfallen.

Kribbeln, Taubheit und Missempfindungen

Kribbeln ist kein Beweis. Aber es ist oft das erste Signal, das man zu lange für klein hält.
Taube Füße. Pelzige Finger. Haut, die elektrisch wirkt oder fremd. Bereiche, die nicht mehr sauber rückmelden, was sie fühlen. Sie zeigen, dass Empfang und Weiterleitung sensorischer Reize nicht mehr sauber funktionieren. Dass etwas im System stockt, verzögert, falsch ankommt.
KERNPUNKT
Nicht jedes Kribbeln ist MS — aber jedes anhaltende Kribbeln ist ein Hinweis darauf,
dass das Nervensystem nicht mehr sauber meldet.
Hier verliert man Zeit — nicht weil das Symptom unsichtbar wäre, sondern weil es zu gut wegzuerklären ist. Wiederkehrende oder anhaltende Missempfindungen sind kein Nebensatz des Alltags.

Schwäche, Gangunsicherheit und Gleichgewichtsstörungen

Der Körper fällt nicht sofort aus. Er wird zuerst unzuverlässig.
Ein Bein hebt nicht mehr sauber an. Der Gang verliert Ruhe. Richtungswechsel verlangen plötzlich Konzentration. Treppen fühlen sich an, als müsste man sie neu verhandeln. Gleichgewicht muss aktiv hergestellt werden.
So beginnen viele motorische Symptome der MS: nicht als große Szene, sondern als Verlust von Automatismus. Schwäche. Unsicherheit. Koordinationsprobleme. Spastik. Steifigkeit. Bewegungen, die früher selbstverständlich waren, müssen plötzlich bewusst kontrolliert werden.
KERNPUNKT
MS macht Bewegung nicht nur schwerer. Sie macht sie unzuverlässig.
Motorische Symptome greifen nicht nur in Bewegung ein, sondern in Selbstverständlichkeit. Sie verändern nicht nur den Körper, sondern das Vertrauen in ihn.

Fatigue, die unsichtbare Härte der MS

MS erschöpft nicht nur Muskeln. Sie greift die Tragfähigkeit eines ganzen Tages an.
Fatigue ist keine Müdigkeit. Sie ist ein Energieverlust, der in keinem Verhältnis zur Belastung steht. Ein Einbruch, der nicht durch Schlaf zu beheben ist. Ein Zustand, der den Tag schwer macht, bevor er begonnen hat.
KERNPUNKT
Fatigue ist kein Nebengeräusch.
Sie ist ein Einbruch in die
Dazu kommen Konzentrationsprobleme, verlangsamtes Denken, Schwierigkeiten mit Planen, Lernen, Verarbeiten. Von außen wirkt vieles noch möglich. Innen kostet längst alles zu viel Kraft.
Der Mensch erscheint organisiert, ansprechbar — und kämpft trotzdem mit Abläufen, die früher selbstverständlich waren. Fatigue ist nicht laut, aber sie ist umfassend. Sie verändert nicht nur Leistungsfähigkeit, sondern Tagesarchitektur.
Fatigue gehört nicht an den Rand der Betrachtung, sondern mitten hinein in die Frage, wie MS den Alltag verändert.

Blasen-, Darm-, Sprech- und Schluckstörungen

Nicht alles, was belastet, ist sichtbar. Und nicht alles Sichtbare ist das Entscheidende.
MS betrifft nicht nur Sehen, Fühlen, Gehen. Auch Blasenprobleme, Darmstörungen, Sprech- und Schluckbeschwerden gehören zum Bild — Beschwerden, die spät angesprochen werden, obwohl sie Alltag, soziale Sicherheit und Selbstwert tief treffen.
KERNPUNKT
Blase, Darm, Sprechen, Schlucken:
MS greift dort an, wo Kontrolle, Scham und Alltag aufeinandertreffen.
Sie greifen dort an, wo Kontrolle, Scham und Alltag aufeinandertreffen. Sie verändern Routinen, Beziehungen, Selbstwahrnehmung. Sie sind nicht spektakulär, aber sie sind einschneidend.
Vegetative Symptome sind oft die, die am stärksten in das soziale Leben eingreifen — nicht durch Lautstärke, sondern durch ihre Konsequenzen.

Warum bei MS nicht das Einzelsymptom zählt

Nicht der Aussetzer definiert die Erkrankung. Sondern Wiederholung, Verdichtung, die Rückkehr des Gleichen.
MS kann schubförmig beginnen, sich zurückbilden, wiederkehren oder schleichend voranschreiten. Der Blick auf das einzelne Ereignis führt deshalb oft in die Irre. Entscheidend ist, ob Beschwerden wiederkehren, sich verdichten, Rückstände hinterlassen oder neue Auffälligkeiten hinzukommen.
MS ist kein Moment. MS ist ein Verlauf. Ein Muster. Eine Bewegung über Zeit.
KERNPUNKT
MS definiert sich nicht durch den Moment, sondern durch die Wiederkehr der Muster.

Wann neurologische Abklärung sinnvoll wird

Der Moment, in dem Beobachtung zur Entscheidung wird.

Klarheit ist kein Schlussstrich.
Sie ist der Beginn von Orientierung.

Eine neurologische Abklärung schafft Übersicht — nicht nur bei neuen Beschwerden, sondern auch bei bekannten Symptomen, die sich verändern, verdichten oder neue Unsicherheit erzeugen.

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Beratungstermin.

MS-Umarmung (Dysästhesie)
Die MS-Umarmung ist oft ein erstes MS Anzeichen oder eines Rückfalls. Es handelt sich dabei um ein Druckgefühl um den Oberkörper, das sich wie eine Blutdruckmanschette anfühlt, wenn sie sich zusammenzieht.

Müdigkeit
Tritt bei etwa 80 % der Menschen auf. Kann die Fähigkeit zu funktionieren, erheblich beeinträchtigen und kann das auffälligste Symptom bei einer Person sein, die ansonsten nur minimale Aktivitätseinschränkungen hat.

Schwierigkeiten beim Gehen
Dieses Anzeichen hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. Darunter Schwäche, Spastik, Gleichgewichtsstörungen, sensorische Defizite und Müdigkeit, und können durch Physiotherapie, Hilfsmitteltherapie und Medikamente gelindert werden.

Taubheit oder Kribbeln
Taubheitsgefühle im Gesicht, am Körper oder an den Extremitäten (Arme und Beine) sind oft das erste Symptom, das bei denjenigen auftritt, bei denen schließlich MS diagnostiziert wird.

Spastik
Bezieht sich auf ein Gefühl der Steifheit und ein breites Spektrum an unwillkürlichen Muskelkrämpfen; kann in allen Gliedmaßen auftreten, kommt aber in den Beinen viel häufiger vor.

Schwäche
Schwäche bei MS, die aus der Dekonditionierung ungenutzter Muskeln oder der Schädigung von Nerven, die die Muskeln stimulieren, resultiert, kann mit Rehabilitations-Strategien und dem Einsatz von Mobilitätshilfen und anderen Hilfsmitteln behandelt werden.

Sehprobleme
Für viele Menschen ist dies das erste Symptom von MS. Verschwommenes Sehen, schlechtes Kontrast- oder Farbensehen und Schmerzen bei Augenbewegungen können beängstigend sein – und sollten umgehend untersucht werden.

Schwindel und Benommenheit
Menschen mit MS können das Gleichgewicht verlieren oder sich schwindlig fühlen, oder – viel seltener – das Gefühl haben, dass sie oder ihre Umgebung sich drehen (Schwindel).

Blasenprobleme
Blasenfunktionsstörungen, die bei mindestens 80 % der MS-Patienten auftreten, können in der Regel mit Medikamenten, Flüssigkeits-Management und Selbstkatheterismus recht erfolgreich behandelt werden.

Sexuelle Probleme
Die sexuellen Reaktionen können durch die Schädigung des zentralen Nervensystems, durch Symptome wie Müdigkeit und Spastizität sowie durch psychologische Faktoren beeinträchtigt werden.

Darmprobleme
Verstopfung ist ein besonderes Problem für Menschen mit MS, ebenso wie der Verlust der Kontrolle über den Stuhlgang. Darmprobleme lassen sich in der Regel durch Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, körperliche Aktivität und Medikamente in den Griff bekommen.

Schmerzen und Juckreiz
Schmerzsyndrome sind bei MS weit verbreitet. In einer Studie hatten 55 % der MS-Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt „klinisch signifikante Schmerzen“, und fast die Hälfte hatte chronische Schmerzen.

Kognitive Veränderungen
Bezieht sich auf eine Reihe von hochrangigen Hirnfunktionen, die bei mehr als 50 % der MS-Patienten beeinträchtigt sind, darunter die Fähigkeit, eingehende Informationen zu verarbeiten, neue Informationen zu lernen und sich zu merken, Probleme zu organisieren und zu lösen, die Aufmerksamkeit zu fokussieren und die Umwelt genau wahrzunehmen.

Depressionen
Studien haben ergeben, dass klinische Depressionen – die schwerste Form der Depression – zu den häufigsten Symptomen von MS gehören. Sie tritt bei Menschen mit MS häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung oder bei Menschen mit vielen anderen chronischen, behindernden Erkrankungen. Depressionen können sowohl ein Hauptsymptom sein als auch durch die Herausforderungen der Krankheit selbst ausgelöst werden.

Behandlungsschwerpunkte der Neuropraxis Grünwald

Drei Blickrichtungen. Ein Ziel: Beschwerden so verstehen, dass Behandlung möglich wird. Neurologie, Neuroorthopädie und Psychosomatik greifen dort ineinander, wo einfache Antworten nicht reichen.

Für präzise Diagnostik, gezielte Therapie und einen Weg, der nicht bei der Diagnose endet.

Multiple Sklerose Ursachen richtig verstehen

Warum Multiple Sklerose nicht „einfach so“ entsteht

MS entsteht nicht aus Überlastung, sondern aus einer fehlgeleiteten Immunreaktion im zentralen Nervensystem.
Multiple Sklerose ist keine diffuse Schwäche, kein Erschöpfungszustand, kein Phänomen, das man mit einem Wort wie „Stress“ elegant wegschieben könnte. Die Ursache liegt nicht im Muskel, nicht im Gelenk, nicht in Überlastung, sondern in einem System, das eigentlich zu den am strengsten geschützten Räumen des Körpers gehört: dem zentralen Nervensystem.
Genau dort, wo Wahrnehmung, Bewegung, Orientierung, Energie und innere Ordnung zusammenlaufen, beginnt die Krankheit — nicht mit einem Symptom, sondern mit einer immunologischen Entscheidung, die sich gegen das eigene Gewebe richtet.
MS gilt heute als chronisch-entzündliche, immunvermittelte Erkrankung von Gehirn, Rückenmark und häufig auch des Sehnervs. Das Immunsystem erkennt Strukturen, die es schützen sollte, als fremd und greift sie an.
KERNPUNKT
MS ist keine Erschöpfungskrankheit und kein diffuses Syndrom, sondern eine immunvermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems.
Die Vielfalt der Symptome ist deshalb kein Zufall und kein Chaos, sondern Ausdruck einer Störung, die an der zentralen Schaltstelle des Körpers entsteht. Genau dort, wo die Geschwindigkeit und Präzision der Signalweiterleitung darüber entscheiden, wie selbstverständlich ein Mensch sich durch seinen Alltag bewegt.

Entzündung greift nicht nur Myelin an

MS stört nicht nur die Isolierung von Nerven, sondern kann die Leitungen selbst beschädigen.
Lange wurde Multiple Sklerose vor allem als Erkrankung der Demyelinisierung verstanden, also als Verlust jener Myelinschicht, die Nervenfasern elektrisch schützt und schnelle Signalweiterleitung ermöglicht. Diese Sicht ist nicht falsch, aber sie ist zu klein.
Heute ist klarer, dass die Entzündungsprozesse bei MS nicht nur Myelin angreifen, sondern im Verlauf auch Axone schädigen können — die Nervenfasern selbst, die tragenden Leitungen des Systems.
KERNPUNKT
MS verlangsamt Signale nicht nur, sondern kann Nervenbahnen selbst schädigen. Genau das prägt Verlauf, Rückbildung und Progression.
Genau an diesem Punkt verschiebt sich die Krankheit von einer reinen Leitungsstörung zu einer strukturellen Erkrankung, die bleibende Härte entwickeln kann.
Der Schub erklärt die akute Aktivität, die Hitze des Moments. Der axonale Schaden erklärt, warum Funktion nicht immer vollständig zurückkehrt, warum Rückbildung Grenzen hat, warum Progression mehr ist als die Summe einzelner Ereignisse.

Die Blut-Hirn-Schranke verliert ihre Schutzfunktion

Die Krankheit beginnt dort, wo ein eigentlich geschützter Raum biologisch angreifbar wird.
Das zentrale Nervensystem ist kein offener Raum. Es ist durch die Blut-Hirn-Schranke geschützt — eine Barriere, die verhindert, dass Immunzellen unkontrolliert ins Gehirn gelangen.
Bei MS wird diese Barriere in krankheitsrelevanten Phasen durchlässiger. Immunzellen dringen ein, setzen Entzündungsprozesse in Gang und fördern die Entstehung von Läsionen.
Der sichtbare Herd im MRT ist nur das spätere Bild. Der eigentliche Prozess beginnt früher: im Moment des Barriereverlusts, in der Störung eines Systems, das Stabilität garantieren soll.
KERNPUNKT
MS ist kein Bildbefund, sondern ein Prozess, der früher einsetzt als jede sichtbare Läsion und tiefer reicht als das, was die Bildgebung abbilden kann
MS ist deshalb nicht die Summe einzelner Flecken, sondern ein biologischer Prozess aus Barriereversagen, Entzündung, Demyelinisierung und neuroaxonaler Schädigung — ein Prozess, der früher beginnt, als die Bildgebung es zeigt, und tiefer reicht, als die sichtbaren Läsionen vermuten lassen.

Warum manche Menschen erkranken

MS entsteht aus Veranlagung, Immunbiologie und Triggern — nicht aus einer einzigen Ursache.
Multiple Sklerose hat nicht die eine Ursache. Sie entsteht aus einer Konstellation, nicht aus einem einzelnen Ereignis.
KERNPUNKT
MS entsteht nicht aus einem Faktor, sondern dort, wo genetische Anfälligkeit, immunologische Empfindlichkeit und Umwelttrigger ineinandergreifen.
Genetische Veranlagung erhöht das Risiko — nicht im Sinne einer klassischen Erbkrankheit, sondern als immunologische Empfindlichkeit, die das System anfälliger macht. Umweltfaktoren beeinflussen diese Empfindlichkeit: Vitamin-D-Mangel, Rauchen, geringe Sonneneinstrahlung, geografische Breite.
Erst aus dieser Kombination entsteht jene biologische Lage, in der eine fehlgeleitete Immunreaktion möglich wird. MS ist kein Zufall, aber auch keine lineare Folge eines einzelnen Auslösers. Sie ist das Ergebnis eines Zusammenspiels aus Veranlagung, Immunbiologie und Triggern, die das System in eine Richtung verschieben, aus der es nicht mehr zurückfindet.

Epstein-Barr-Virus: wichtig, aber nicht allein

EBV ist ein wichtiger Teil der Kausalkette, aber nicht die Krankheit allein.
Das Epstein-Barr-Virus ist kein Randdetail mehr, aber auch nicht die ganze Geschichte. Der Zusammenhang zwischen EBV und MS ist heute deutlich schärfer: Das Virus geht vielen MS-Fällen zeitlich voraus und verändert das Immunsystem auf eine Weise, die spätere Fehlreaktionen begünstigen kann.
Doch EBV allein reicht nicht aus — sonst müsste fast jeder erkranken. Genau darin liegt der entscheidende Punkt: Das Virus ist kein dekorativer Begleitfaktor, aber auch kein Alleintäter. Es ist ein Teil der Kausalkette, nicht die Kausalkette selbst.
MS wirkt damit weniger wie ein Autoimmun-Unfall und stärker wie das Ergebnis einer biologischen Eskalation, in der Veranlagung, Immunreaktion und Trigger ineinandergreifen.

Aktuelle Forschung zur Multiplen Sklerose

Der Blick verschiebt sich von sichtbaren Schüben zu früher, stiller Krankheitsaktivität.
Die moderne MS-Forschung hat sich in den vergangenen Jahren leise, aber grundlegend verschoben. Sie richtet ihren Blick nicht mehr ausschließlich auf den Schub, nicht auf das sichtbare Ereignis, das den Alltag abrupt verändert, sondern auf jene biologische Aktivität, die früher beginnt, tiefer reicht und langfristig entscheidender ist als der Moment, in dem ein Symptom erstmals spürbar wird.
Diese Verschiebung ist nicht kosmetisch, sondern konzeptionell: Sie verändert, wie MS verstanden, diagnostiziert und behandelt wird.
KERNPUNKT
Die moderne MS-Forschung verschiebt den Blick von der akuten Entzündung zur frühen, stillen Aktivität — und genau dort entsteht die Chance, Progression zu bremsen, bevor sie klinisch sichtbar wird

Ein zentrales Thema ist die stille Progression.
Sie läuft jenseits des klassischen Schubs und erklärt, warum selbst bei geringer Schubfrequenz Funktionen verloren gehen können, ohne sich wieder vollständig zu erholen. Genau darin sieht die Forschung heute einen der wichtigsten Treiber später Behinderung.

Auch die Bildgebung ist präziser geworden.
Moderne MRT-Verfahren zeigen Veränderungen, die früher verborgen blieben: kortikale Läsionen, feine Schäden der weißen Substanz und subtile Veränderungen tiefer Hirnregionen. Nicht alles macht sofort Symptome. Vieles schwächt das System schleichend.

Darum rücken Biomarker in den Mittelpunkt.
Besonders wichtig ist Neurofilament-Light. Steigt es in Blut oder Liquor an, kann das auf axonale Schäden hinweisen, noch bevor klinisch klar etwas sichtbar wird. Krankheitsaktivität lässt sich so nicht nur vermuten, sondern messbarer machen.

Auch die Immunbiologie wird schärfer.
Das Epstein-Barr-Virus gilt nicht mehr nur als Risikofaktor, sondern als Teil einer immunologischen Kaskade. Die offene Kernfrage lautet: Warum kippt diese Reaktion bei manchen Menschen in Krankheit — und bei anderen nicht?

Wohin die Forschung in den nächsten Jahren geht:

  • Frühdiagnostik über Biomarker, bevor Symptome entstehen.
  • Therapien, die nicht nur Schübe dämpfen, sondern Gewebe schützen.
  • Präzisere Unterscheidung von Verlaufsformen, basierend auf biologischer Aktivität statt klinischer Beobachtung.
  • Individuelle Therapieentscheidungen, gestützt auf Bildgebung, Biomarker und immunologische Profile.
  • Ein klareres Verständnis der Rolle von EBV, nicht als Ursache, sondern als Teil einer immunologischen Eskalation.
  • Regenerative Ansätze, die Myelin wiederherstellen und axonalen Schaden begrenzen sollen.

Wann neurologische Abklärung sinnvoll wird

Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn Beschwerden neu auftreten, sich verdichten oder nicht mehr sauber rückläufig sind.

Eine neurologische Abklärung schafft Übersicht — nicht nur bei neuen Symptomen, sondern auch bei bekannten Beschwerden. Die moderne Diagnostik ist darauf ausgelegt, nicht nur Ereignisse zu erkennen, sondern Muster, Aktivität, Progression und Risiko.

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Genetische Faktoren

MS ist keine Erbkrankheit, das heißt, sie wird nicht von den Eltern an ihre biologischen Kinder weitergegeben. Dennoch hat die genetische Veranlagung eines Menschen einen großen Einfluss auf das MS-Risiko, und etwa 1 von 5 Patienten hat eine Vorgeschichte der Krankheit in der Familie.

Diejenigen, die einen Elternteil mit MS haben, haben ein Risiko von etwa 2 %, im Laufe ihres Lebens an der Krankheit zu erkranken. Ein Kind mit MS zu haben, ist ebenfalls mit einer 2 %igen Wahrscheinlichkeit verbunden, die Krankheit zu bekommen.

Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit, an MS zu erkranken, für diejenigen, die einen Bruder oder eine Schwester mit der Krankheit haben: Ein Geschwisterkind mit MS zu haben, ist mit einem Risiko von etwa 4 % verbunden. Ist ein eineiiger Zwilling an MS erkrankt, besteht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 25 %, dass sein Zwilling ebenfalls erkrankt.

Obwohl die genetischen Faktoren, die das MS-Risiko bestimmen, noch nicht vollständig geklärt sind, geht man davon aus, dass etwa 200 Gene – wenn auch nur in geringem Maße – zur Entwicklung von MS beitragen.

Infektionen und Viren

Eine frühere Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) ist einer der größten Risikofaktoren für MS. Tatsächlich erhöht EBV das Risiko, an der Autoimmunerkrankung zu erkranken, um mehr als das 30-fache.

EBV infiziert die meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben. Es ist vor allem dafür bekannt, dass es infektiöse Mononukleose – allgemein als Pfeiffersches Drüsenfieber bekannt – verursacht, aber seine Symptome sind oft geringfügig und bleiben unbemerkt.

Der Grund für diesen Zusammenhang ist vermutlich eine strukturelle Ähnlichkeit zwischen bestimmten EBV- und Gehirnproteinen. Das bedeutet, dass eine gegen das Virus gerichtete Immunreaktion versehentlich auch gesundes Hirngewebe angreifen kann, was letztlich die Voraussetzungen für die Entstehung von MS schafft.

Neben Virusinfektionen können auch andere Infektionen mit Bakterien das MS-Risiko erhöhen, auch wenn die Mechanismen noch nicht genau bekannt sind.

Umwelt- und Lebensstilfaktoren

Geografie
Das Risiko, an MS zu erkranken, ist geografisch unterschiedlich. Im Allgemeinen sind die MS-Raten in Gebieten, die näher am Äquator liegen, niedriger. Je weiter man sich vom Äquator entfernt, desto höher ist die Erkrankungsrate, wie Untersuchungen zeigen, die eine höhere Prävalenz bei größeren Breitengraden belegen. MS ist jedoch eine Krankheit der gemäßigten Klimazonen und tritt in der Nähe des Nord- und Südpols seltener auf.

Vitamin D
Eine geringere Exposition gegenüber Sonnenlicht wird mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von MS in Verbindung gebracht. Der Mechanismus dieses Zusammenhangs ist noch nicht vollständig geklärt, aber man nimmt an, dass ein wichtiger Faktor der Vitamin-D-Spiegel einer Person ist.

Vitamin D ist ein kleines Molekül, das in der Haut synthetisiert wird, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Eine geringere Sonnenexposition kann zu einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel führen, der ein unabhängiger Risikofaktor für MS ist.

Rauchen
Menschen, die jemals Zigaretten geraucht haben, haben ein etwa 50 % höheres Risiko, an MS zu erkranken, als Menschen, die nie geraucht haben. Ein höheres Risiko wurde auch bei Passivrauchern beobachtet, d. h. bei Menschen, die den Tabakrauch anderer einatmen, was wahrscheinlich auf die mit dem Rauch eingeatmeten Giftstoffe zurückzuführen ist. Rauchen wird auch mit einem schwereren Krankheitsverlauf bei denjenigen in Verbindung gebracht, die die Krankheit entwickeln.

Fettleibigkeit
Fettleibigkeit – ein Body-Mass-Index (BMI) von über 30 – kann zu chronischen Entzündungen im Körper führen, die die Entwicklung von MS begünstigen können. Bei fettleibigen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit, an MS zu erkranken, etwa doppelt so hoch wie bei nicht fettleibigen Personen.

Demografische Faktoren

Alter
MS kann in jedem Alter auftreten, aber bei den meisten Betroffenen treten die ersten Symptome im frühen Erwachsenenalter auf. Bei den meisten MS-Patienten wird die Diagnose zwischen 20 und 50 Jahren gestellt. Es hat sich gezeigt, dass die Symptome bei einigen Patienten bereits mehrere Jahre vor der MS-Diagnose auftreten.

Geschlecht
MS ist bei Frauen etwa dreimal so häufig wie bei Männern. Man geht davon aus, dass dieser Unterschied vor allem auf den unterschiedlichen Gehalt an geschlechtsspezifischen Hormonen – insbesondere Östrogen bei Frauen und Testosteron bei Männern – zurückzuführen ist. Diese Hormone können die Aktivität des Immunsystems und die Fähigkeit des Nervensystems, Schäden zu reparieren, beeinflussen.

Vor Beginn der Pubertät, wenn der Hormonspiegel ansteigt, sind die MS-Raten unabhängig vom Geschlecht ähnlich. Auch die MS-Raten im späteren Leben – nach der Menopause/Andropause und dem damit einhergehenden Rückgang der Hormonspiegel – sind bei beiden Geschlechtern ähnlich.

Transgender-Frauen unter Hormontherapie, die chromosomal XY sind, aber ein „weibliches“ Hormonprofil mit hohem Östrogen- und niedrigem Testosteronspiegel haben, haben ein vergleichbar hohes MS-Risiko wie gleichgeschlechtliche Frauen, die das gleiche Hormonprofil mit XX-Chromosomen haben.

Rasse und ethnische Zugehörigkeit
Obwohl MS Menschen aller Rassen und Ethnien betreffen kann, tritt die Krankheit bei bestimmten Personengruppen häufiger auf. Eine Reihe miteinander verbundener Faktoren, darunter Genetik, Klima und sozioökonomische Ungleichheiten, tragen wahrscheinlich zu diesen Unterschieden bei.

Obwohl man früher glaubte, dass das MS-Risiko bei Schwarzen relativ gering ist, haben neuere Forschungen gezeigt, dass MS bei Schwarzen tatsächlich häufiger vorkommt als bei Weißen. Andererseits ist das MS-Risiko bei Weißen, insbesondere bei Menschen nordeuropäischer Abstammung, höher als bei Menschen lateinamerikanischer oder asiatischer Herkunft.

Moderne neurologische Privatpraxis in München

Im Ärztehaus Grünwald, im Süden Münchens, liegt unsere Praxis bewusst ruhig – barrierefrei erreichbar und mit Parkplätzen direkt vor der Tür. Der Ort ist so gestaltet, dass Ankommen und Untersuchung ohne zusätzliche Belastung möglich sind. Klar, übersichtlich, entschleunigt – damit Sie sich auf die medizinischen Schritte konzentrieren können, die wirklich zählen.

Noch mehr Informationen können Sie in unserem Neuro Magazin nachlesen. Dafür einfach weiter scrollen oder direkt zum Neuro Magazin wechseln. Dort beschäftigen wir uns u.a. auch mit folgenden Themen:

  • Was sind die ersten MS Anzeichen?
  • Wie sieht ein typischer MS Verlauf aus?
  • Wie sieht die Lebenserwartung bei der Multiple Sklerose Diagnose aus?
  • Wie oft entstehen MS Schubs?
  • Sind bei MS die Blutwerte auffällig?

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