Frau ist aufgrund des Chronic Fatigue Syndroms müde

CFS wird immer besser verstanden. Aber es gibt noch viele Geheimnisse.

Ich kann mich noch gut an einen Tag vor ca. 8 Jahren erinnern. Da kam eine Kollegin zu mir und meinte:

„Ich war mein ganzes Leben lang gesund. Vor einem Jahr erkrankte ich an einer Art Virus – Halsschmerzen, schmerzende Muskeln, geschwollene Lymphdrüsen, Fieber. Meine Müdigkeit war so stark, dass ich fast eine Woche lang im Bett lag.

Viele der Symptome besserten sich allmählich, aber die schreckliche Müdigkeit und die Schwierigkeiten beim Denken sind nicht besser geworden. Sie sind so schlimm, dass ich meine Pflichten zu Hause oder auf der Arbeit nicht mehr erfüllen kann.

Diese Krankheit beeinträchtigt mein Gehirn, raubt mir die Energie und beeinträchtigt mein Immunsystem. Sie hindert mich daran, meine Träume zu verwirklichen.“

Chronic Fatigue Syndrom – oft missverstanden

Zunächst einmal wurde eine solche Krankheit in den medizinischen Lehrbüchern nicht beschrieben. Der übliche Weg der Diagnostik über z.B. Laborchecks hat in diesem konkreten Fall keine weiteren Erkenntnisse geliefert. An diesem Punkt hat ein Arzt dann zwei Möglichkeiten: Entweder er glaubt dem Patienten und sucht weiter oder er sagt dem Patienten: „Es ist alles in Ordnung“. In der Tat haben einige Ärzte, die Menschen wie meinen Patienten sahen, genau das getan und damit die Erkrankung noch schlimmer gemacht.

Glücklicherweise interessieren sich immer mehr Ärzte und biomedizinische Wissenschaftler für diese Krankheit. In den letzten Jahren wurden so z.B. über 9000 wissenschaftliche Studien veröffentlicht. Wir wissen also immer mehr. Aber leider noch nicht alles. Und CFS wird nicht mehr als ein diffuses Beschwerdefeld abgehalftert, sondern eindeutig als Krankheit verstanden. Das war ja leider nicht immer so. Und zwar als eine schwere, chronische, komplexe Systemerkrankung, die das Leben der Patienten oft tiefgreifend beeinträchtigen kann.

Chronic Fatigue Syndrom – was genau passiert°

Mittlerweile hat die Forschung bei Menschen mit CFS im Vergleich zu gesunden Patienten eine Reihe von biologischen Anomalien dokumentiert, an denen viele Organsysteme beteiligt sind. Hier ist ein Überblick darüber, was die aktuelle Wissenschaft nahelegt.

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Das Gehirn.

Tests von Hirnhormonen, formale Tests des Denkens, MRT und PET Untersuchungen des Gehirns sind bei einem beträchtlichen Teil der Patienten mit ME/CFS abnormal. Tests des autonomen Nervensystems, das lebenswichtige Funktionen wie Körpertemperatur, Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz sowie die Bewegung von Darm und Blase kontrolliert, sind ebenfalls abnormal.

Der Energiestoffwechsel.

Wir sind lebendig, weil die Zellen unseres Körpers lebendig sind. Und sie sind am Leben, weil sie Energie erzeugen können und diese Energie nutzen, um ihre Arbeit zu tun und am Leben zu bleiben. Unsere Zellen machen Energie aus dem Sauerstoff in der Luft, die wir atmen, und aus den Zuckern, Fetten und Proteinen, die wir essen.

Bei CFS hat die Forschung gezeigt, dass die Zellen Schwierigkeiten haben, sowohl Energie zu erzeugen als auch zu verwenden. Das heißt, Menschen mit CFS haben das Gefühl, dass sie nicht genug Energie haben, weil ihre Zellen nicht genug Energie produzieren und das, was sie produzieren, nicht effizient nutzen. Die Fähigkeit der Zellen, Sauerstoff aus dem Blut zu gewinnen und zur Energie-Gewinnung zu verwenden, scheint nach körperlicher und geistiger Anstrengung besonders beeinträchtigt zu sein.

Das Immunsystem.

Das Immunsystem ist kompliziert und enthält viele verschiedene Arten von Zellen, die viele verschiedene Arten von chemischen Signalen aussenden, um miteinander zu kommunizieren. Hunderte von Studien haben Hinweise darauf gefunden, dass bei Menschen mit CFS das Immunsystem chronisch aktiviert ist. Fast so als ob es etwas bekämpft. Das führt dann jovial gesprochen dazu, dass Teile des Immunsystems durch den Kampf erschöpft sind.

Aktivierung von „kauernden“ Systemen.

Tiere, einschließlich Menschen, verfügen über Systeme, die sie in Zeiten großer Bedrohungen schützen. Bären zum Beispiel, die mit Nahrungsmangel konfrontiert sind, „verkriechen sich“: Sie aktivieren Systeme, die die Energie, die sie erzeugen können, auf die Prozesse konzentrieren, die notwendig sind, um am Leben zu bleiben. Unwesentliche, energieaufwändige Aktivitäten werden minimiert.

Menschen, die schwer verletzt oder krank sind, aktivieren ebenfalls verschiedene Verstecksysteme. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass bei CFS die Verstecksysteme möglicherweise eingeschaltet werden und sich unangemessen festsitzen. Forschungsteams versuchen herauszufinden, wie man dieses System deaktivieren könnte.

Die CFS Forschung schreitet voran

Es gibt 3 wirklich gute Nachrichten.

  • CFS wird mittlerweile auch von den Krankenkassen als Krankheit wahrgenommen und akzeptiert. Das ist für viele Patienten ein wichtiger Fortschritt.
  • Zudem bin ich mir sicher, dass die Forschung derartige Fortschritte macht, so dass in Zukunft die Behandlung dieser Krankheit revolutioniert werden kann.
  • Unabhängig davon – und das ist die dritte gute Nachricht – bereits jetzt gibt es Lösungs- und Support Ansätze.

Wir verstehen was Sie durchmachen und welche Hilfen Sie brauchen. Wir können helfen. Melden Sie sich doch bitte bei uns für einen Gesprächs-Termin. Gerne auch per Online-Buchung.

Ihre Dr. Meike Maehle
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Dr. Meike Maehle

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